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Die Arktis lockt noch immer Auch als Franklin auf die 60 zugeht, ist sein Entdeckerdrang ungebrochen. Und als sich ihm 1844 die Gelegenheit bietet, nimmt er sie wahr. noch einmal will er sich der Arktis stellen; er will das Eis, Kälte und die Stürme ertragen, um das Ziel zu erreichen, das Großbritannien ihm gesetzt hat: die Entdeckung des nördlichen Seewegs zwischen dem Atlantik und dem Pazifik. Vom Jubel einer begeisterten Menschenmenge begleitet, segeln im Mai 1845 die Schiffe Erebus und Terror die Themse hinunter; Franklins Expedition ist aufgebrochen. Wohl jeder in Großbritannien war damals von dem Gelingen des Vorhabens überzeugt, denn das Unternehmen war sorgfältig vorbereitet worden. Man hatte die Erebus und die Terror zu Schraubendampfern umgerüstet, die ersten, die je in die Arktis eindringen sollten. An Bord befand sich Proviant für drei Jahre. Die Teilnehmer, im ganzen 134 Mann, waren auf ihre Eignung hin besonders geprüft worden. Eine frühe Botschaft Franklins unterstrich die Euphorie : “Wir sind des Erfolgs sicher. Wir können fünf Jahre durchhalten. Die nächste Position wird Honkkong, China sein.” ein Walfänger sichtete die Erebus und Terror westlich von Grönland, in der Baffin Bay zwischen Grönland und Kanada, wie sie nach Westen fuhren. Ihre Spur verlor sich im angrenzenden Lancaster-Sund. Ein Jahr, zwei Jahre vergingen, ohne dass von den Schiffen eine weitere Nachricht gekommen wäre, für ein solches unternehmen im Nördlichen Eismeer nichts Ungewöhnliches. Noch bestand kein Grund zur Beunruhigung. Aber 1848, nach dem dritten Winter, fragte man sich in Großbritannien doch besorgt: Wo steckt Sir John Franklin eigentlich. |
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Franklin wird gesucht Die britische Admiralität setzte nun 20 000 Pfund Sterling für diejenigen aus, der die Expedition finden und die Teilnehmer retten würde. Lady Franklin fügte dieser Summe aus ihren eigenen mittel noch weitere 3000 Pfund Sterling hinzu. Eine der grössten Suchaktionen der Geschichte begann. Fast ein volles Jahrzehnt lang, von 1848 bis 1857, setzten sich 40 Hilfsexpeditionen das Ziel, John Franklin und seine Leute in dem riesigen, grossenteils noch unbekanntem Gebiet aufzuspüren. Doch wo sollte man mit den Nachforschungen beginnen ? einige Schiffe segelten zur Baffin Bay, dorthin, wo die Erebus und Terror zum letztenmal gesichtet worden waren, und folgten dann einer Route, die Franklin möglicherweise eingeschlagen hatte. Andere suchten von Westen, von der Beringstrasse aus, Franklins Spur aufzunehmen; denn dort hätte seine Expedition ja den Pazifik erreichen sollen. Jeder Suchtrupp richtete Lebensmitteldepots ein und hinterlegte Nachrichten unter Steinmalen. Weitere Botschaften wurden Fässchen anvertraut oder in Halsbänder eingraviert, die man gefangenen und dann wieder freigelassenen Füchsen anlegte. Die Reisen zu Wasser und zu Land in diesem menschenfeindlichen Territorium waren die grössten Anstrengungen, die Menschen je in arktischem Gebiet unternommen hatten. Unbekannte Inseln wurden dabei entdeckt, Küsten kartographiert und Wasserstrasse erforscht. Viele weisse Flecken auf der Landkarte verschwanden. Doch von Franklins Expedition fand man lange Zeit kaum etwas, weder die Schiffe noch Überlebende, noch Tote. |
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