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Das Wrack im Ärmelkanal Ungefähr 30 Jahre nach dem Unglück behauptete der britische Glenn-Miller-Fan und Nachrichtentechniker John Edward in London; Ich habe das Flugzeug, mit dem der amerikanischen Bandleader ums leben kam entdeckt ! Er habe die Unglücksmaschine im Ärmelkanal vor der französischen Stadt Wimereux mit hochempfindlichen Radargeräten ausgemacht und wolle Taucher zu dem in etwa 60 Meter Tiefe liegenden Wrack schicken, in dem er bisher unbekannte Kompositionen Millers zu finden hoffe. Vom Ausgang des in der Presse gross angekündigten Unternehmens ist jedoch nichts bekannt, noch nicht einmal, ob die Suchaktion überhaupt stattfand. Das ominöse Wrack im Ärmelkanal machte in der Folgezeit keine Schlagzeilen mehr. Ich glaube ich bin sehr krank Glenn Miller ist nicht bei einem Flugzeugabsturz im Ärmelkanal ums Leben gekommen, sondern ist in einem Krankenhaus an Lungenkrebs gestorben. Mit dieser Enthüllung trat 1983 Millers jüngere Bruder Herb an die Öffentlichkeit. Nach jahrzehntelangen Nachforschungen behauptete er, die Maschine sei zwar mit Miller an Bord vom Militärflugplatz Twinwood Farm aus gestartet, aber bereits nach einer halben Stunde zwischengelandet, uns Miller habe sich in ein Militärhospital begeben, wo er einen Tag später an Lungenkrebs gestorben sei. Die Version vom Fugzeugabsturz habe Glenn Miller selbst inszeniert, da dieser als Held und nicht in einem lausigen Bett habe sterben wollen. Seine Theorie versuchte Herb Miller mit einem Brief zu belegen, in dem der Kettenraucher Glenn im Sommer 1944 geschrieben haben soll: Bin völlig abgemagert, obwohl ich genug esse. Ich habe Atemnot. Ich glaube, ich bin sehr krank. Die offizielle Version der amerikanischen Luftstreitkräfte will Herb Miller von Anfang an bezweifelt haben. Dazu gab es zu viele Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Absturz, erklärte er in einem Zeitungsinterview. Man habe habe deshalb keine Suchaktion gestartet, weil die Maschine nach der Zwischenlandung unbehelligt nach Frankreich weitergeflogen sei; der Pilot Morgan und Mitpassagier Oberst Basell seien später im Kampf gegen die Deutschen gefallen. Glenn Miller liege vermutlich in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof in Washington. Ausserdem sprächen gegen eine Tragflächenvereisung die Temperaturangaben des offiziellen Wetterberichts jenes 15. Dezember mit fünf Grad Celsius. Für Herbs Version spricht, dass Glenn Miller laut Aussage seiner Freunde und Bekannten in den letzten Monaten seines Lebens deprimiert und erschöpft war und, wie sein engster Freund Don Haynes berichtete, immer wieder unter Nebenhöhleninfektionen litt. Er verlor eine Menge Gewicht. Seine masgeschneiderten Uniformen passten ihm bald nicht mehr. Einmal soll Glenn Miller seinem Freund anvertraut haben: Ich habe das sichere Gefühl, ich werde meine Frau und meinen Sohn nie wiedersehen. Das Flugzeug stürzte ins Meer Vielleicht durch diese Diskussion angeregt trat 1986 der ehemalige Pilot der Royal Air Force Victor Gregory mit neuen Indizien über das Verschwinden Glenn Millers an die Öffentlichkeit. Er behauptete, britische Bomberverbände hätten sich Glenn Millers Flugzeug auf dessen Weg nach Frankreich genähert. Da ein ursprünglich geplanter Luftangriff auf Deutschland wegen schlechtem Wetters abgesagt worden sei. hätten sie sich ihrer explosiven Last durch Notabwürfe entledigt: Darunter waren schwere bomben, deren Explosion gewaltige Druckwellen erzeugten. Die leichte, einmotorige Norseman sei in eine dieser Druckwellen geraten und abgestürzt. Obwohl er selber das Unglück nicht gesehen habe, wisse er, dass andere Besatzungsmitglieder beobachtet hätten, wie die Norseman ins Trudeln gekommen uns ins Meer gestürzt sei. er behauptete, die amerikanische Luftwaffe habe festgestellt, dass der Bandleader auf einem Kurs unterwegs war, der genau durch das Abwurfgebiet der britischen Bomber führte , somit war er zur gleichen zeit in der Luft wie wir. keine andere Norseman wurde an dem Tag als vermisst gemeldet. Für mich ist das der hundertprozentige Beweis, das es Glenn Miller war. Verständlich, das die Royal Air Force Gregorys Hypothese nicht so ohne weiteres akzeptieren wollte, zumal er sich erst nach so vielen Jahren aufstellte. Gregory erklärte seine lange Zurückhaltung damit, dass man damals über den Einsatz nicht offiziell habe Bericht erstatten mussen: Und der Absturz des Flugzeugs war für uns nichts Besonderes. Wir haben Hunderte von Flugzeugen im Krieg verloren. Glenn Millers Unfall habe man nicht mit dem Flug am 15. Dezember in Verbindung gebracht. Der ehemalige Navigator Fred Shaw habe sich erst durch den Film Die Glenn Miller Story an den Vorfall erinnert, einen Brief an die britische Glenn Miller Gesellschaft geschrieben, worauf sich diese wiederum mit fragen an ihn gewandt habe. Vielleicht eine schlüssige Erklärung. Starb er in den Armen einer Frau ? Auf jeden Fall dürften Gregorys Hinweise dazu beitragen, ein hartnäckiges Gerücht über den Tod des Musikers zu entkräften, das von der Boulevardpresse immer wieder aufgegriffen wird, zuletzt 1985 mit der Schlagzeile: Starb Glenn Miller in den Armen einer Frau ? Zitiert wurde der britische Taucher und Bergungsunternehmer Clive Ward, der das Wrack der Norseman sechseinhalb Kilometer vor Le Touquet vor der französischen Kanalküste in 24 Meter Wassertiefe gefunden haben wollte. Dieser behauptete, das die Maschine vorsätzlich im Ärmelkanal versenkt worden und Miller nie an Bord des Flugzeugs gewesen sei. Der Musiker soll vielmehr in einem Pariser Bordell ums Leben gekommen sein, was mit Rücksicht auf die Moral der Truppe und das Ansehen des beliebten Bandleaders von höchster Stelle aus vertuscht worden sei. Andere Zeitungsartikel, in denen der Bandleader zum Schürzenjäger abgestempelt wird, Mutmassen sogar, das er auf Montmartre ermordet wurde. Beide Versionen sind jedoch insofern sehr unwahrscheinlich, als Glenn Miller mit seiner Frau Helen eine ausgesprochene harmonische Ehe geführt haben soll. Die Frage, wie der berühmte Orchesterchef tatsächlich ums Leben kam, wird kaum mehr zu beantworten sein. auf jeden Fall wurden die Erklärungen über den Absturz der Maschine mit Glenn Miller an Bord bis heute weder von offizieller Seite noch von der britischen Glenn Miller Gesellschaft korrigiert. Zu viel spricht für eine Unfall besonders die Tatsache, dass das Flugzeug keine Enteisungsvorrichtung besass; und in einiger Höhe lagen die Temperaturen mit Sicherheit erheblich unter dem Gefrierpunkt. Dass Glenn Miller die Unglücksmaschine an jenem kalten 15. Dezember bestieg wurde von seinem Freund Don Haynes bezeugt. ausserdem gibt es bisher für die anderen Mutmassungen und Spekulationen keine Beweise, und können einer nähren Prüfung kaum standhalten. Das Schicksal Glenn Millers wird wohl eines der vielen ungelösten Rätsel des zweiten Weltkriegs bleiben. Eines aber ist sicher: Der sanft swingende Sound Glenn Millers lebt weiter und hält die Erinnerung an den grossen Musiker auch über dessen frühen ungeklärten Tod hinaus wach. |
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