|
Auch Moskito haben Hunger Immer wieder tauchten Gerüchte auf, das Fawcett noch lebe. So berichtete der Franzose Roger Coutouron im November 1927 in einer brasilianischen Zeitung, er habe den Oberst in der Nähe von Cuiabã gesehen. Besagter Fremder habe, offensichtlich total erschöpft, am Strassenrand gesessen. Angesprochen auf die Schwärme von Moskitos und andere Insekten, die sich auf seinen Beinen niedergelassen hatten, habe er stoisch auf englisch erwidert: “Diese armen Tiere haben auch Hunger”. Im Mai 1928 startete eine wohlausgerüstete Expedition unter dem britischen Geographen George Dyott in den Mato Grosso. Vom Häuptling der Anauqua-Indianer, Aloique, erfuhr Dyott, dass die beiden Begleiter Fawcetts schon todkrank gewesen seien, als die drei Männer 1925 bei dem Stamm auftauchten. Sie hätten nicht einmal mehr sprechen können. Doch der weisse Mann sei mit ihnen weiter nach Osten marschiert, habe sie buchstäblich am Kragen mit sich geschleppt. Jenseits des Kuluene-Flusses, so erklärte Aloique weiter in seiner Zeichensprache, hätten er und seine Krieger noch fünf Tage lang den Rauch von Lagerfeuern gesehen. Dann, am sechsten Tag, sei das Feuer erloschen. die mit den Anauqua-Indianer verfeindeten Suyas, die jenseits des Flusses lebten, hätten Fawcett und seine Begleiter ermordet. Doch war das die Wahrheit ? Dyott begann daran zu zweifeln, als ihm ein anderer Indianerstamm erzählte, nicht die Suyas, sondern Aloique eigene Leute hätten die Europäer ermordet. die Anauqua-Indianer spürten Dyotts wachsendes Misstrauen; sie wandten sich gegen ihn, und er musste fliehen. Drei Jahre danach berichtete ein Schweizer Urwaldjäger, er habe bei Indianern nordnordwestlich von Cuiabã eine grossen, älteren Mann mit blauen Augen und langem Bart getroffen, der sich als Oberst der britischen Armee zu erkennen gab. Bevor die Indianer ihren Gefangenen abführten, habe dieser ihm einen Siegelring gegeben. Fawcetts Frau identifizierte den Ring nach der Beschreibung des Jägers als Eigentum ihres Mannes. Der Schweizer beschloss daraufhin, eine eigen Expedition auszurüsten, um den weissen Gefangenen zu befreien. Aber sein Unternehmen war erfolglos wie alle weiteren. Fawcett blieb für immer verschwunden, wie auch die geheimnisvolle Stadt, die ihn zu seinem leichtsinnigen Unternehmen bewog. |
|