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Generalstabschef George C. Marshall

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Ein General reitet spazieren

Unzulänglichkeiten in der Nachrichtenübermittlung machten die Katastrophe jedoch erst komplett. Am 7. Dezember sollte der japanische Botschafter in Washington um die Mittagszeit dem amerikanischen Aussenminister Cordell Hull den letzten Teil eines aus 14 Abschnitten bestehenden Memorandums übergeben. Diese Pilot Message bedeutete Kriegszustand zwischen beiden Nationen. Der amerikanische Nachrichtendienst, der den japanischen Code kannte, konnte den Text aus Tokio allerdings schneller entschlüsseln als die japanischen Experten in der Botschaft und leitete den brisanten Inhalt sofort an die zuständigen Stellen weiter. So wusste die amerikanische Regierung über die japanischen Absichten Bescheid, noch bevor ihr das Memorandum offiziell übergeben worden war. Trotzdem geschah nichts. Generalstabschef George C. Marshall zuständig für die Alarmierung der Kommandeure Kimmel und Short auf Hawaii, war an jenem Vormittag des 7. Dezember nicht zu erreichen. Er traf erst um 11.25 Uhr in seinem Büro ein. Ausgerechnet in einer Situation wo es um Minuten ging, unternahm er seinen sonntäglichen Ausritt in der Umgebung Washingtons. Warum Marshall nicht zu erreichen war, darüber gibt es heute keine endgültige Klarheit. Als man sich dann doch um die Mittagszeit entschloss, zu handeln und jene eingangs erwähnte Alarmmeldung an die Pazifikflotte abzusenden, war es in Pearl Harbor zu diesem Zeitpunkt sechs Uhr morgens, zwei Stunden vor dem japanischen Überfall ! Weitere, bis heute kaum zu begreifende Verzögerung kamen dadurch zustande, dass man die Meldung nicht auf dem schnellsten Weg übermittelte. Man benutzte statt dessen die Leitung der Western-Union-Gesellschaft nach San Francisco und von dort aus den kommerziellen Sender der RCA nach Honolulu. als die Warnung den Stützpunkt Pearl Harbor um die Mittagszeit des 7. Dezember endlich erreichte, war es schon längst zu spät. Es bleibt bis heute unverständlich, warum nicht das schnelle Transpazifiktelefon genutzt wurde. Die Nachricht wäre dann immerhin etwa 40 Minuten vor Angriffsbeginn auf Hawaii gewesen. Pearl Harbor sorgte für einen Stimmungsumschwung in Amerika. Waren die meisten Amerikaner zuvor gegen einen Kriegseintritt der USA gewesen, so stellte sich nun die gesamte Nation geschlossen hinter Präsident Roosvelts Forderung: “Wir werden den Krieg gewinnen, und wir werden den Frieden gewinnen”.

 

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